1 · Höchste Schutzpriorität: Kopf und Hals
Augen, Schläfen, Hinterkopf, Kiefer und Hals sind besonders empfindlich. Einwirkungen können Sehschäden, Gehirnerschütterung, Bewusstlosigkeit, Atemwegsverletzungen oder lebensbedrohliche Blutungen verursachen. Im Training besteht dort kein unkontrollierter Kontakt.
2 · Brustkorb und Bauch
Brustbein, Rippen und Oberbauch schützen Herz, Lunge, Leber, Milz und weitere Organe. Schwere Verletzungen sind äußerlich nicht immer sofort sichtbar. Zunehmende Schmerzen, Atemnot, Blässe, Schwindel oder ein harter Bauch benötigen medizinische Abklärung.
3 · Gelenke und Extremitäten
Finger, Handgelenk, Ellenbogen, Knie und Sprunggelenk reagieren empfindlich auf Verdrehung und Überstreckung. Partnerübungen erfolgen langsam, mit klarer Stoppregel und sofortigem Nachgeben beim Abklopfen oder verbalen Stoppsignal.
4 · Körperliche Gegenwehr beenden, sobald der Weg frei ist
Körperliche Gegenwehr darf nur die gegenwärtige Gefahr stoppen und einen sicheren Ausstieg ermöglichen. Sobald du weggehen kannst oder der Angriff beendet ist, setzt du nicht nach. Schaffe Abstand, rufe Hilfe und kehre nicht zur Auseinandersetzung zurück.
5 · Warnzeichen nach körperlicher Einwirkung
- Bewusstlosigkeit, Krampfanfall oder zunehmende Verwirrtheit
- Atemnot, starke Hals- oder Brustschmerzen
- Sehstörung, wiederholtes Erbrechen oder starke Kopfschmerzen
- starke Blutung, Fehlstellung oder Funktionsverlust
Bei diesen Zeichen 112 rufen. Bewusstlose Personen mit normaler Atmung stabil lagern; bei fehlender normaler Atmung Wiederbelebung beginnen.
6 · Trainingsregeln
- Keine unkontrollierten Treffer gegen Kopf, Hals, Wirbelsäule oder Gelenke.
- Technik zunächst langsam und mit Polstern lernen.
- Rollen, Intensität und Abbruchsignal vor jeder Übung festlegen.
- Schutzausrüstung ersetzt keine Kontrolle.
- Nur unter qualifizierter Aufsicht steigern.