Vorbereiten
- Übungsrahmen: Schriftliche Vorbereitung, anschließend Sicherheitsbriefing mit Trainer
- Rollen, Intensität und ein sofort wirksames Stoppsignal vor Beginn festlegen
Nahkampf · Grundlagenlektion 02
Anatomisches Wissen dient hier nicht der Auswahl von Angriffszielen. Es hilft, mögliche Folgen körperlicher Einwirkung zu verstehen, Kopf und Hals zu schützen, die eigene Reaktion zu begrenzen und nach einer Gefahr rechtzeitig medizinische Hilfe zu veranlassen.
Lektionskompass
Eine Fähigkeit kontrolliert aufbauen, üben und anhand klarer Kriterien prüfen.

Augen, Schläfen, Hinterkopf, Kiefer und Hals sind besonders empfindlich. Einwirkungen können Sehschäden, Gehirnerschütterung, Bewusstlosigkeit, Atemwegsverletzungen oder lebensbedrohliche Blutungen verursachen. Im Training besteht dort kein unkontrollierter Kontakt.
Brustbein, Rippen und Oberbauch schützen Herz, Lunge, Leber, Milz und weitere Organe. Schwere Verletzungen sind äußerlich nicht immer sofort sichtbar. Zunehmende Schmerzen, Atemnot, Blässe, Schwindel oder ein harter Bauch benötigen medizinische Abklärung.
Finger, Handgelenk, Ellenbogen, Knie und Sprunggelenk reagieren empfindlich auf Verdrehung und Überstreckung. Partnerübungen erfolgen langsam, mit klarer Stoppregel und sofortigem Nachgeben beim Abklopfen oder verbalen Stoppsignal.
Körperliche Gegenwehr darf nur die gegenwärtige Gefahr stoppen und einen sicheren Ausstieg ermöglichen. Sobald du weggehen kannst oder der Angriff beendet ist, setzt du nicht nach. Schaffe Abstand, rufe Hilfe und kehre nicht zur Auseinandersetzung zurück.
Bei diesen Zeichen 112 rufen. Bewusstlose Personen mit normaler Atmung stabil lagern; bei fehlender normaler Atmung Wiederbelebung beginnen.